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aus Leipziger
Volkszeitung Lokalteil Delitzsch-Eilenburg vom 21.12.2007
Von JULIA Wick
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000 Kilometer jährlich im Sattel
Vollblut-Radlerin
Irene Dorn schart an ihrem 65. Geburtstag bekannte Sportfreunde
um sich
Quering.
„Jetzt geht’s anders rum, jetzt wird gefeiert!“ Mit kräftiger
Stimme richtete Klaus Dorn dieser Tage alle Aufmerksamkeit auf sich.
„Schön, dass ihr alle gekommen seid und jetzt ran ans Buffet“,
bedankte sich auch seine Frau Irene. Aus Anlass seines 67. und ihres
65. Geburtstages hatten die beiden Queringer mehr als 80 Gäste
in ihr Rosenstübel eingeladen. „Wir hatten zuvor
Jahreshauptversammlung beim RV Germania Delitzsch und sind jetzt alle
gemeinsam hierher gezogen, um zu feten“, erzählte eine gut
gelaunte Irene Dorn. An ihrem Ehrentag erinnerte sich die 65-Jährige
noch einmal an ihre sportlichen Anfänge: „Als Jugendliche bin
ich gemeinsam mit einer Freundin bei der Friedensfahrt gewesen und
habe gemerkt, wie viel Spaß mir der Sport macht.“ Aus Spaß
wurde bald Ernst und wenige Wochen später meldete sich die
Pedalritterin bei Rotation in Leipzig an. „Dort habe ich immer mehr
trainiert und nebenbei auf ein eigenes Rennrad gespart.“ Mit den
ersten Rennen kamen auch die ersten Siege. Aus dem Sport wurde eine
Leidenschaft, die Irene Dorn bis heute nicht loslässt.
„Allerdings habe ich mich damals für meine Familie
entschieden, bin Mutter geworden und habe 40 Jahre nicht im Sattel
gesessen.“ Doch Mitte der Neunziger schwang sich die Delitzscherin
mal wieder auf ihren Drahtesel. Mit der Folge, dass sie schon nach
wenigen Monaten erfolgreich an den Senioren-Weltmeisterschaften in
St. Johann in Tirol teilnahm. Eines ihrer persönlichen
Karriere-Highlights aber war das „HEW-Cyclassics“ (HEW steht für
Hamburgische Electricitäts-Werke AG), bei dem sie 2003 erstmals
mitradelte und gleich auf Platz zwei fuhr. Ein Jahr später wurde
sie sogar Erste. „Mit mir sind noch 500 andere gefahren. Die
Atmosphäre war einfach klasse, die Menschen standen wie bei der
Tour de France am Rand und haben uns angefeuert“, schwärmte
die Seniorin, die noch immer bis zu 12000 Kilometer im Jahr
strampelt. Für ihre Geburtstagsfeier hatte sich Irene Dorn
etwas ganz Besonderes ausgedacht. Statt vieler Geschenke bat sie ihre
zahlreich erschienenen Gäste um Spenden, die dem
Friedensfahrt-Museum in Kleinmühling bei Magdeburg zu Gute
kommen sollen. „Ich brauche doch im Alter nichts mehr, und in
diesem Museum liegen die Wurzeln meiner Radsportleidenschaft“,
sagte die Jubilarin.
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Wie sich das für die Geburtstagsparty
eines Radrenn-Idols gehört, waren natürlich noch andere
bekannte Sportler da. Gemeinsam genossen sie es, wieder mal alle an
einem Tisch zu sitzen und über die guten alten Zeiten zu
plaudern. Erika Zuchold (60), die Doppelweltmeisterin im Turnen und
Gewinnerin von fünf olympischen Medaillen, war mit Ehemann und
Ex-Radrenner Dieter erschienen. „Wir sind so schnell auf dem
Fahrrad gewesen wie der Intercity-Zug auf der Schiene“, scherzte
der 70-jährige Dieter Zuchold. Auch Annelies Bauer ließ
sich blicken. Die 76-Jährige erhielt 2000 die Auszeichnung zur
Sportlerin des Jahrhunderts vom Sächsischen Landessportbund und
konnte sowohl im Kanu als auch mit dem Rad zahlreiche Meistertitel
erringen. „Zuletzt bin ich internationale tschechische
Straßenmeisterin geworden.“ An der Seite von Ehemann Erich
Stammer nahm sie erst im Sommer an diesem Wettbewerb teil. Neben
seinen sportlichen Aktivitäten arbeitet der mehrfache
Senioren-Weltmeister und DDR-Steher-Champion gerade konzentriert an
seinen Memoiren. „Im Januar kommt mein Buch ,Ete startet durch‘,
in dem ich von den Höhen und Tiefen meiner Karriere erzähle,
in den Handel“, sagte der 83-jährige Stammer. An seine
Laufbahn erinnert sich der Leipziger gern. „Zwar hätte ich bei
einigen Trainingseinheiten das Rad gern mal in den Graben geworfen,
aber heute bereue ich keinen Tritt“.
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