Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2006 /
Lokalteil Delitzsch-Eilenburger / Schkeuditz
Herren der Zeit auf der Schafshöhe
Wolteritzer Radrennen ist Probe für
Bahn-Weltmeisterschaften
von Alexander Bley
/ Fotos von Norman Rembarz
Wolteritz/Stahmeln. Drei Männer
mit fünf Laptops thronen auf einem Lkw-Anhänger mit Blick
auf den Zielstrich. Nur selten schweift der Blick von den
Bildschirmen ab. Dies ist der erste Testlauf einer neuen
Zeitmesstechnik beim Radrennen rund um die Wolteritzer Schafshöhe
am Wochenende, bevor der Ernstfall demnächst bei der
Bahnrad-Weltmeisterschaft im österreichischen Salzburg
stattfindet.

Steffen
Melzer wertet das Foto aus und prüft, ob die Startnummern
mit denen der Transponder übereinstimmen.
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Solche
Transponder kommen an die Vorderradgabel
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Jedes Fahrrad bekommt einen Transponder
verpasst, welcher ein Signal aussendet. Bei der Zielstrichüberquerung
wird dieses Signal von einer über die Straße geklebten
Schleife aufgenommen und dann in Windeseile an die Computer
weitergesendet, so dass jede Nummer einem Starter zugeordnet werden
kann. Trotzdem gab es kleine Probleme, für die aber
Swiss-Timing-Innovation-Geschäftsführer Enrico Richter
Erklärungen hatte. „Die Organisatoren des Rennens haben
Startnummern doppelt vergeben und nicht immer die gleichen
Transponder-Nummer der entsprechenden Startnummer zugeordnet. Darauf
hatten wir davor extra nochmal hingewiesen.“ Dazu kam noch, dass
einige Radler vorzeitig das Rennen beendeten, oder aber nicht weiter
gemeldete Starter mitfuhren. „Die Technik selbst lief ordentlich“,
betont Richter. Positiv wirkt sich die Zusammenarbeit
mit den Zeitmess-Spezialisten der Stahmelner Firma für den
Veranstalter des Radrennens, Germania Delitzsch, dennoch aus, denn
durch die von jedem Starter genau gemessenen Zeiten kann das Rennen
bundesweit ausgeschrieben werden. Ein letzter Test für die
Technik folgt demnächst am Sachsenring. An den Auftrag, die Zeit
zu messen und Zielphotos zu schießen, kam das Zeitmess- und
Datenverarbeitungsunternehmen, weil es von der Mutterfirma an Swiss
Timing verkauft wurde. Seit 1972 stoppt diese die Zeiten bei
Olympischen Spielen und anderen sportlichen Großereignissen. Beim Ernstfall in Salzburg wird
ungleich mehr Technik aufgefahren. Da werden zur Absicherung gegen
den Ausfall alle Systeme doppelt aufgestellt. Zehn Laptops und acht
Leute werden damit beschäftigt sein, das Transpondersignal
aufzunehmen, zu verarbeiten sowie das Foto-Finish auszuwerten. „Das
geht in Wolteritz nicht, weil wir hier an ein Notstromaggregat
angeschlossen sind“, erläutert Experte Richter.
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