Leipziger Volkszeitung vom 07.August
2006 / Lokalteil Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung
Wind und Regen fordern von Pedalrittern
alles
Von ALEXANDER BLEY
Laufräder im Gras, Rennräder
an Zäune gelehnt und unzählige Fahrer in bunten Trikots
hellten das grau verregnete Bild an der Wolteritzer Seite des
Schladitzer Sees vergangenen Sonnabend auf. Dabei zeigten die 360
Starter, dass es nicht nur allein um den Spaß geht. Denn bei
der zweiten Auflage des Rennens um die Schafshöhe konnten zum
ersten Mal Wertungspunkte für Lizenzfahrer geholt werden.
Möglich machte das eine bundesweite Ausschreibung des
Radrennens, weil jeder Fahrer mit einem Transponder ausgestattet
wurde, so das von jedem Radler die korrekte Zeit gestoppt werden
konnte.
 Photo
von Günther Hunger
Verwunderlich war es dann auch nicht,
das auch große Teams wie Milram, Bianchi und Lamonta ihre
Fahrer an den Start schickten. Für Frank Schulz, vom RSV Werner
Otto gehört dieses Rennen zur Vorbereitung auf die kommende
deutsche Bahnmeisterschaft in Cottbus.
Allen Pedalrittern machte der Wind und
der Regen auf dem drei Kilometer langen Rundkurs zu schaffen, der je
nach Altersklassen drei bis dreißig Mal umrundet wurde.
„Anspruchsvoll“ kategorisiert Katharina Blum, die für das
österreichische Team ELK-Haus in die Pedale tritt, den Rundkurs.
Lohn war für die 21-jährige Berlinerin der dritte Platz bei
den Frauen.
„Die Frauen fahren fast so schnell
wie die Männer“, lobte Hans-Dieter Pfordte die Leistungen der
weiblichen Konkurrenz. Der 69-Jährige feiert in diesem Jahr sein
Jubiläum im Sattel. 50 Jahre tritt er in die klickenden Pedale.
Aber im Alter setzt man andere Prioritäten. „Sicherheit steht
da eher im Vordergrund, gerade bei einem solchen starken Regen und
schlechter Sicht. Da geht man nicht mehr so in die Kurven, vor allem
nicht in so scharfe“, berichtete der Döbernitzer vom RV
Germania Delitzsch. Letztendlich reichte es in der Seniorenkategorie
für den 15.Platz. Was Pfordte mit einem Lächeln wegsteckte.
Kopfzerbrechen bereitet dem
Veranstalter Germania Delitzsch lediglich, dass die schmale,
abgesperrte Strecke von einem Hundebesitzer benutzt wurde, der den
Rennfahrern mit seinem Vierbeiner entgegen radelte.
Mit der Beteiligung zeigten sich
Carsten Krause vom Veranstalter zufrieden. „Zwar traten einige
gemeldete Starter nicht an oder sagten ab, aber für das
Hauptrennen mussten wir die Liste bei 140 Starter sogar schließen
und damit zwanzig Leuten absagen.“
Stimmen zum Rennen
Hans Dieter Pfordte,
Seniorenrennradfahrer: „Es ist eine sehr anspruchsvolle Runde, die
Hälfte hoch, die andere Hälfte runter“.
Thomas Scheibe, BDR-Kommissär und
Sprecher: „Es freut mich, hier moderieren zu dürfen. Es ist
eine aufstrebende Veranstaltung, die schnell Zuspruch gefunden hat.“
Uwe Raab, Hobbyerster: „Es war gut,
aber ganz schön windig.
Katharina Blum, Frauendritte: „Ich
war zum ersten Mal hier. Schade dass es geregnet hat. Mit dem Berg
ist die Strecke anspruchsvoll, die Kurven sind gut zu fahren. Ich bin
immer auf der Suche nach Rennen in der Nähe.“
Charlotte Becker, deutsche
Straßenmeisterin und Siegerin: “Trocken wär es eine
coole Runde.“
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