Radfahrerverein Germania Delitzsch e.V

 

 

 

 

 

 

 

 Leipziger Volkszeitung/Kreiszeitung Delitzsch-Eilenburger vom 30.10.2006

Einst mit Reifen aus Vollgummi übers Holperpflaster

Radsportler begehen 115-jähriges Jubiläum
Von Lutz Schmidt
Delitzsch/Quering. Laut knatterte zum Auftakt die restaurierte Schrittmachermaschine von Peter Dorn auf dem Hof des Rosenstübls in Quering. Umringt und bestaunt von Radsportfreunden, bei denen angesichts der Maschine manche Erinnerung wach wurde. „Aus den 30er Jahren stammt sie und wurde in Paris gebaut. Sogar die Farben an ihr standen fest. Frankreich hatte so beispielsweise dunkelrot, Deutschland blau,“ erläuterte Günter Albrecht aus Leipzig.
In Quering hatten sich am Sonnabendabend wieder Radsportfreunde aus nah und fern zu ihrem Rennertreff eingefunden, das dieses Mal im Zeichen des 115-jährigen Bestehens des Delitzscher Radfahrvereins Germania stand. Dazu bauten die Sportfreunde auch eine kleine Ausstellung historischer Drahtesel auf, bei der selbst die Karbidlampenbeleuchtung am Rad nicht fehlte.
Dem Germania-Vorsitzenden Carsten Krause oblag es, die Entwicklung des Vereins nachzuvollziehen. Auf dem Nieder- oder Hochrad und Vollgummireifen über Kopfsteinpflaster und Feldwege. Das war Radfahren am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Danach machte der Drahtesel schnell Furore. Und in Delitzsch entstand sogar die Fahrrad-Manufaktur Fritz Schröder.

Heinz Kreutzmann stellte beim Treffen der Radsportfreunde in Quering die historischen Fahrräder auf.

Foto: Lutz Schmidt


Dem Radball und -polo sowie dem Kunstradfahren frönten die Delitzscher ausgiebig bis zum Zweiten Weltkrieg. Dann trat erst einmal zwangsläufig Stille ein. 1950 wurde die BSG Lok Delitzsch mit der Sektion Radsport gegründet und Schneidermeister Paul Peterson übernahm das Training. Danach befand sich auch in Delitzsch das sportliche Geschehen rund ums Fahrrad wieder im Aufwind. Krause nannte eine ganze Reihe von Namen, die in den sechziger Jahren besonders erfolgreich waren. Siegfried Süpple als Sieger der Harzrundfahrt und Hans Dieter Pfordte (er ist heute Ehrenmitglied) gehörten dazu. Letzterer wurde 1970 DDR-Meister in der Vierer-Mannschaft.
Am 1. November 1990 gründeten Pfordte und weitere engagierte Sportfreunden den Radfahrverein Germania. Und danach wurden Sportveranstaltungen wie der Radtreff mit Täve und bei der Radveranstaltungen bei der AOK sowie der Delitzsch-City-Cup organisiert.
„Heute haben wir 40 Mitglieder“, erzählte der Vorsitzende. Und zu den Höhepunkten im Vereinsleben gehören Radtouren, Bahn- und Straßenrennsport wie auch der Vergleich rund um die Schafshöhe bei Wolteritz, der von zahlreichen Sponsoren und Helfern unterstützt wird und am 11. August 2007 wieder starten wird.
Helfer bei diesem Rennen ist nicht zuletzt die Feuerwehr Wolteritz, deren Kameraden dem Verein zum 115. Geburtstag in Quering mit einer Blumenschale gratulierten. Landratsamt-Vertreter Hannes Markert hatte einen „dicken Umschlag“ für Germania in der Tasche und Kreissportbund-Geschäftsführer Christian Schmidt hielt gleichfalls ein Präsent parat.
Zu dem Ausblick für 2007 gehörte, dass Delitzsch am 25. Juli Zielort der Sachsentour International ist. Und am 20. Mai sind die Kreisstadt und der Verein Germania mit in das LVZ-Fahrradfest eingebunden.